PharmaForum 2011 im Saarland

Wissenschaftler und junge Unternehmen aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland sowie Repräsentanten der forschenden Arzneimittelhersteller trafen sich zum 9. PharmaForum in Sankt Ingbert. Wirtschaftsminister Dr. Christoph Hartmann: „Das Forum soll Entwicklungen in der Pharmabranche beschleunigen. Wir bringen die Forschungseinrichtungen mit der Wirtschaft zusammen, um Kooperationen anzustoßen, etwa in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Lizenzierung sowie strategische Planung und Finanzierung. Darüber hinaus bietet das Forum jungen Unternehmen hervorragende Möglichkeiten, Kontakte mit der etablierten Wirtschaft und der Forschung zu knüpfen.“

Für Rheinland-Pfalz ist das PharmaForum ein wichtiger Baustein in der Landesinitiative Gesundheitswirtschaft. „Ziel ist es, die Chancen dieser Branche mit ihrem hohen Beschäftigungs- und Innovationspotenzial sowie Standortbindung voll auszuschöpfen“, betonte Ministerin Eveline Lemke. Daher engagiere sich das Land auch beim hochinnovativen Life Science-Cluster „Individualisierte ImmunoIntervention“ CI3, das erfolgreich die Endrunde des Spitzenclusterwettbewerbs des Bundes erreicht hat. Dieser in Mainz angesiedelte Cluster entwickelt personalisierte Wirkstoffe und Therapien in der Onkologie.

Wie wichtig der intensive Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft bei der Frage der künftigen Arzneimittelentwicklung ist, hat Dr. Bernhard Kirschbaum, verantwortlich für die weltweite Forschung und Entwicklung bei Merck Serono in Darmstadt, in seinem Impulsvortrag zum Thema „Arzneimittelentwicklung im Spannungsfeld zwischen Patientennutzen und Marktchancen“ deutlich gemacht. Kirschbaum sieht die Chancen für die Patienten auf innovative Arzneimittel durch Netzwerke und Kooperationen zwischen Industrie und akademischen Instituten gestärkt, so wie sie durch das PharmaForum angestoßen werden. Allerdings stiegen die Marktrisiken der Pharmaunternehmen dadurch, dass die durchschnittlichen Kosten bis zur Zulassung neuer Medikamente und Wirkstoffe dramatisch gestiegen seien. Auf der anderen Seite erhöhe sich damit auch der Druck auf die Finanzierbarkeit der Gesundheitsversorgung und damit den Gesetzgeber. Vor diesem Hintergrund wurde die Frage an die anschließende Podiumsrunde weitergegeben, welche Rolle der Pharmastandort Deutschland künftig spielen kann beziehungsweise welche Medizin wir uns künftig leisten wollen.

Mitdiskutanten waren neben Dr. Kirschbaum die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen, Birgit Fischer, Jutta Römpke-Bruckhaus von der Geschäftsstelle des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sowie der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft des Saarlandes Peter Hauptmann unter der Moderation von Dr. Holger Bengs von BCNP Consultants. Staatssekretär Hauptmann verknüpfte die Frage auch mit dem Forschungsstandort Deutschland. So seien die Labortechnologien, wie sie beispielsweise im Saarland entwickelt werden, die Schlüsseltechnologie für eine moderne, produzierende Biotechnologie. „Nachhaltige und zukunftsfähige Labore können nur dann entstehen, wenn Forschungsinstitute, High-Tech-Unternehmen, Industrie und das Handwerk interdisziplinär und integriert zusammenarbeiten“, so der Staatssekretär. „Deutschland muss bei der Entwicklung neuer Technologien, Medikamente oder Therapien ganz vorne mit dabei sein.“

Die Podiumsrunde war eingebettet in insgesamt 14 Impulsvorträge durch Wissenschaftler und Pharma-Unternehmen, welche ebenfalls von Dr. Bengs moderiert wurden. Eine begleitende Fachausstellung rundete die Tagung ab.

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